Die Briten haben’s verstanden
Na gut, dann fang ich halt mit einem halbfertigen Blog an zu bloggen. macht auch viel mehr Spaß als dieses blöde Wordpress einzurichten…
Die Süddeutsche Zeitung hat heute den dritten Teil der Serie “Zeitenwechsel” zur aktuellen hitzigen Debatte der “Blogger als Amatuerjournalisten” gegen “die Profis aus dem Printbereich” veröffentlicht. Das Interview wurde mit Simon Waldman der britischen Guardian Media Group geführt und ist recht lesenswert. Es geht zwar in diesem Fall gar nicht wirklich um die Blogger, sondern eher um die neuen technischen Möglichkeiten, Nachrichten online zu aggregieren etc. Dennoch legt die Artikeleinleitung (und die Überschriften der beiden anderen Interviews) recht nahe, die Raison d’Être der gesamten Serie sei der Blogger als Gefahr für den professionellen Journalisten.
Möglicherweise ist der Herr Waldman ja dadurch, dass er Group Director of Digital Strategy and Development ist, ein wenig befangen. Seiner Auffassung, dass die britische Presse die Veränderungen überwiegend eher als Chance sieht und sehen sollte denn als Bedrohung, kann ich mich dennoch nur anschließen.
Die neuen Möglichkeiten durch die immer schnellere technische Entwicklung könnte man aus meinem biologischen Blickwinkel als starken selektiven Druck betrachten. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, weiterzumachen wie bisher und als Abwehrmaßnahme polemische Artikel über die unseriösen Blogger zu verfassen. Nur die Anpassung an die neuen Bedingungen sichert das Überleben und kann diejenigen mit der richtigen Anpassungsstrategie durchaus auch gestärkt aus dem Anpassungsprozess hervorgehen lassen. Der Blogger ist als subjektive und – normalerweise vorsätzlich – voreingenomme Quelle für den Ersatz klassischer Nachrichtenformate meiner Ansicht nach sowieso nicht geeignet. Vielleicht lassen sich z.B. die Feuilletons teilweise ersetzen, die eigentliche Berichterstattung aber nicht.

