Mit zweierlei Maß messen
Auf dem Brights-Blog bin ich gestern auf den infamen Antrag des Bundesfamilienministeriums aufmerksam geworden, die Verbreitung des satirischen Kinderbuchs “Wo bitte geht’s hier zu Gott? fragte das kleine Ferkel” im Rahmen eines Indizierungsantrages wegen angeblich jugendgefährdender Schriften zu verhindern.
Die ganze zugrundeliegende Pressemitteilung kann beim humanistischen Pressedienst nachgelesen werden.
Auf den ersten Blick denkt man bei der Meldung an einen schlechten Scherz. Zur Illustration habe ich hier auch das Cover des Buches eingebunden (das zu lesen ich bisher leider keine Gelegenheit hatte). Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto logischer und verwerflicher wird diese Geschichte:
Die großen Kirchen, alle wie sie da sind, sind für die Rettung ihrer schwindenden Mitgliederzahlen doch unbedingt auf die frühkindliche Indoktrination angewiesen. Sicher werden auch ältere Menschen noch zum Ausschalten ihres Verstands Glauben bekehrt, aber doch in viel zu geringem Maße. Ich behaupte einfach mal dass ein junger Mensch, der bis ungefähr zur Pubertät keine Bindung an eine Kirche hat, mit großer Wahrscheinlichkeit für diese verloren ist.
Damit würde sich auch der heuchlerische Versuch erklären, bei jeder Möglichkeit auf das Recht zu pochen, die Kinder religiösen Lehren jeglicher Art auszusetzen, Vertretern eines rationalen, naturalistischen Weltbildes dieses Recht aber absprechen zu wollen.
Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Bundesprüfstelle die offenbar haltlosen Argumente als solche erkennt und den Antrag ablehnt.
Nachtrag: Auf der Seite www.ferkelbuch.de wurde bereits eine Unmenge interessanter Informationen zu diesem Thema zusammengetragen und auch eine Unterstützerliste eingerichtet.

