Beyond Reasonable Doubt

A life scientist’s thoughts on life science, evolution, religion and a bit of anything
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"Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?"

- Douglas Adams, The Hitchhikers Guide To The Galaxy


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Registered Since: 2008-01-29 13:28:41

Posts by Happy:

    Atheistische Blogparade: “Eine gottlose Veranstaltung”

    Blogs atheistisch, naturalistisch oder humanistisch orientierter Blogger sind im deutschen Sprachraum nicht so leicht zu finden. Man findet sie, klar. (Du befindest dich gerade auf einem.) Aber es sind vergleichsweise wenige und man kann sie nicht immer gleich als solche identifizieren. Warum? Nun, zum einen ist die deutsche Blogosphäre nicht so riesig, es gibt wahrscheinlich für jedes Thema weniger Blogs in deutscher als in englischer Sprache. Neben dieser offensichtlichen Begründung gibt es aber noch weitere: Das Thema ist im deutschsprachigen Raum nicht besonders präsent. Während in den USA ein regelrechter Glaubenskrieg tobt, ist die Situation hier in Deutschland doch relativ entpsannt. Die meisten Vertreter aller Glaubensrichtungen sind recht liberal eingestellt, und auch die Regierung und Gesetzgebung ist vergleichsweise wenig religiös beeinflusst. Daher wird in dieser Richtung wenig gebloggt, und man kann einem Blog im Regelfall nicht ansehen, auf welche Weise der Blogger Stellung beziehen würde. Das Ferkelbuch zeigt aber schon, wohin die Reise gehen könnte und daher glaube ich, dass dieses Thema auch in unserer Gesellschaft (und Blogosphäre) schon jetzt mehr beachtet werden sollte.

    Das haben sich natürlich auch andere schon gedacht und JLT hat dafür die Blogparade “Eine gottlose Veranstaltung” initiiert. Dabei soll neben der Sammlung religionskritischer Postings auch die Vernetzung bloggender Atheisten erleichtert werde. Find ich super, mach ich glatt mit. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle auch gleich noch ein neues Posting dranhängen, mit dem ich dann teilnehmen wollte. Ich habe aber leider nicht so viel Zeit im Moment, beziehungsweise muss etwas Prioritäten setzen… Aber vorstellen wollte ich die Geschichte hier schon (tick off :-) ) und dann mache ich einfach mit nem alten Posting mit. Dem hier. Also, bin gespannt was dabei raus kommt!

     

    Researchblogging

    Ich habe vor einiger Zeit versucht, dieses Blog für das Projekt researchblogging.org anzumelden. Researchblogging (RB) aggregiert vernünftige Blogpostings über peer-reviewed research, die nicht einfach aus einem oder zwei schnellen Links, sondern aus einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der jeweiligen Veröffentlichung bestehen müssen. Als Bonus zur Aufmerksamkeit über RB gibt’s ein schickes Icon, mit dem man seine Postings auszeichnen kann. Hat also etwas von einem unabhängigen Qualitätsnachweis.

    Leider habe ich von Dave die Antwort erhalten, dass der Dienst bisher nur  für englischsprachige Blogs vorgesehen ist. Er schrieb aber gleichzeitig folgendes:

    We do plan on supporting other languages in the future, but it will probably be at least a few months before we are able to do that. What you can do in the meantime is see if you can generate some interest among other bloggers in your language — it’s important to get a critical mass of bloggers in a given language before we bring a new language online. We need a community of bloggers in each language to ensure that the blogging meets our guidelines.

    Falls du also als deutschsprachiger Blogger über aktuelle Forschung schreibst und Interesse hättest, diese Postings bei RB zu aggregieren, würde ich mich über einen entsprechenden Kommentar freuen. Ich habe Dave auch mal meine Hilfe bei der Umsetzung/Administration angeboten, falls du auch daran Interesse hättest würde das sicher helfen.

    Live und in Farbe

    Sakaue-Sawano et al.1 berichten in der aktuellen Ausgabe von Cell über eine Methode, die die direkte Beobachtung des gesamten Zellzyklus in lebenden Zellen erlaubt. Der Zellzyklus beschreibt die Teilung einer Zelle und kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden. Dabei war es bisher unter dem Mikrospop nur möglich, die Mitose-Phase (und den Übergang zur G1-Phase , also dieTeilung an sich) lebender Zellen zu erkennen. In diesem Stadium sind die Chromosomen im Zellkern kondensiert und lassen sich leicht voneinander unterscheiden. Ausserhalb der Mitose liegt die DNA, das Chromatin, unkondensiert vor und wird mikroskopisch als recht homogene Masse wahrgenommen.
    Bisher war die Proliferation in der Interphase (G1, S und G2) demnach nur durch den Nachweis bestimmter Schlüsselmoleküle erforschbar, also letztendlich durch die Beobachtung bestimmter Banden nach einer Gelelektrophorese oder durch immunhistochemische Verfahren, für die die Zellen fixiert werden müssen. Diese Schlüsselmoleküle, unter anderen der Replikationsregulator Cdt1 und sein Inhibitor Geminin, werden in fester Abfolge exprimiert und sind jeweils am Auslösen des Übergangs in die nächste Phase des Zellzyklus beteiligt.

    Nach dem Übergang werden die nicht mehr benötigten Proteine dann ubiquitinyliert und enzymatisch abgebaut. Verantwortlich dafür sind unter anderem die Enzymkomplexe SCFskp2 und APCCdh1, deren Auftreten durch Zellzyklus-abhängige Expression und gegenseitige negative Rückkopplung die späte M- und G1-, bzw. S- und G2-Phasen markieren kann. Um Cdt1 und Geminin als Marker für den Zellzyklus einsetzen zu können, wurden deren Gene mit Genen fluoreszierender Proteine (mKO2 und mAG) verbunden und ins Genom eukaryontischer Zellen eingebracht. Die so hergestellten Zellen fluoreszieren während der späten M- und der G1-Phase rot, während des Übergangs in die S-Phase gelb (beide Farbstoffe liegen vor) und in der späten S-, G2- und frühen M-Phase grün.

    Leider sollte ich wohl aus Urheberrechtlichen Gründen keine Figures abbilden, aber der Blick in die Originalarbeit lohnt sich alleine schon wegen der so ermöglichten Aufnahmen von entstehenden Nervengeweben transgener Mäuse.

    Diese Methode wird sicherlich einen enormen Fortschritt in der Erforschung verschiedener Bereiche, in der die Zellteilung eine Rolle spielt, wie Krebsentstehung, Alterung oder die Embryonalentwicklung ermöglichen. Ich bin gespannt, was aus diesem viel versprechenden Ansatz in den nächsten Jahren gemacht wird.

    Alles klar geworden? Da dies mein erster Bericht über aktuelle Forschungsinhalte ist, ist er sicher noch nicht perfekt. Ich habe versucht, eine Balance zu finden zwischen einer Zusammenfassung für Wissenschaftler der life sciences (die für die Details und die Methoden in die Originalarbeit schauen müssen) und einer verständlichen Erklärung der wichtigsten Aussagen für interessierte Laien. Feedback, ob mir dies gelungen ist, bzw. was ich anders machen sollte, ist auf jeden Fall sehr willkommen!

    1. Sakaue-Sawano A et al. (2008). Visualizing Spatiotemporal Dynamics of Multicellular Cell-Cycle Progression. Cell (132) 487-498.
    2. Die Überschrift und die eine oder andere Aussage des Textes sind durch den im gleichen Heft erschienen Kurzreview “The Cell Cycle: Now Live and in Color” inspiriert.

    Man muss ja nicht alles wissen…

    …sondern nur wissen wo alles steht. *5er für’s Phrasenschwein*

    Vor einiger Zeit hat John Wilkins in seinem ScienceBlog Evolving Thoughts eine Liste mit Links zu Erläuterungen der wichtigsten Konzepte und Theorien vieler Fachrichtungen angefangen. Ich habe bisher aus Zeitgründen nur ein paar angelesen und bin von der Qualität positiv überrascht, zumal es sich alles um Blogpostings handelte. Wer also einen verständlichen Einstieg in eine Theorie braucht, die er nicht zufällig schon mal an der Uni gehört hat, dem empfehle ich die Suche hier zu beginnen. Um auch ein paar fortgeschritteneren Konzepten gerecht werden zu können, gibt es seit kurzem auch noch eine zweite Liste. Und wer gerade dort ist sollte auch noch dem Avatar Beachtung schenken… :-D

    Sciencedebate 2008

    Kaum schreibe ich mal ein paar Zeilen zur Wissenschaft in Politik und Öffentlichkeit, schon wird da eine Riesenaffäre draus gemacht… ;-)

    Sciencedebate 2008 LogoNa gut, dies ist wirklich passiert: In den USA wurde eine Initiative gestartet, die am Ende auf eine Debatte der Präsidentschaftskandidaten hinauslaufen soll. In dieser sollen dann wissenschaftliche Themen diskutiert werden, die für die Bevölkerung in den (und auch außerhalb der) USA von besonderem Interesse sein sollten. So sieht das dann bei denen aus:

    Given the many urgent scientific and technological challenges facing America and the rest of the world, the increasing need for accurate scientific information in political decision making, and the vital role scientific innovation plays in spurring economic growth and competitiveness, we call for a public debate in which the U.S. presidential candidates share their views on the issues of The Environment, Health and Medicine, and Science and Technology Policy.

    Wer möchte, kann sich dort anmelden und eigene Fragen einsenden, die den zukünftigen Präsidenten dann ordentlich ins Schwitzen bringen. Tolle Sache, sollte es hier auch mal geben zur nächsten Wahl.

    [via]

    *Edit:* Nature greift das Thema im aktuellen Editorial auf (Nature 451, 605 (7 February 2008)) und bezweifelt den langfristigen Nutzen einer solchen Aktion. Es wird davor gewarnt, die Wissenschaft nicht als wichtige Entscheidungsgrundlage, sondern als zentrales Thema der Politik und des Wahlkampfes zu verstehen.