Beyond Reasonable Doubt

A life scientist’s thoughts on life science, evolution, religion and a bit of anything
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"Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?"

- Douglas Adams, The Hitchhikers Guide To The Galaxy


Archive for the ‘Internet/IT’


Man muss ja nicht alles wissen…

…sondern nur wissen wo alles steht. *5er für’s Phrasenschwein*

Vor einiger Zeit hat John Wilkins in seinem ScienceBlog Evolving Thoughts eine Liste mit Links zu Erläuterungen der wichtigsten Konzepte und Theorien vieler Fachrichtungen angefangen. Ich habe bisher aus Zeitgründen nur ein paar angelesen und bin von der Qualität positiv überrascht, zumal es sich alles um Blogpostings handelte. Wer also einen verständlichen Einstieg in eine Theorie braucht, die er nicht zufällig schon mal an der Uni gehört hat, dem empfehle ich die Suche hier zu beginnen. Um auch ein paar fortgeschritteneren Konzepten gerecht werden zu können, gibt es seit kurzem auch noch eine zweite Liste. Und wer gerade dort ist sollte auch noch dem Avatar Beachtung schenken… :-D

Sciencedebate 2008

Kaum schreibe ich mal ein paar Zeilen zur Wissenschaft in Politik und Öffentlichkeit, schon wird da eine Riesenaffäre draus gemacht… ;-)

Sciencedebate 2008 LogoNa gut, dies ist wirklich passiert: In den USA wurde eine Initiative gestartet, die am Ende auf eine Debatte der Präsidentschaftskandidaten hinauslaufen soll. In dieser sollen dann wissenschaftliche Themen diskutiert werden, die für die Bevölkerung in den (und auch außerhalb der) USA von besonderem Interesse sein sollten. So sieht das dann bei denen aus:

Given the many urgent scientific and technological challenges facing America and the rest of the world, the increasing need for accurate scientific information in political decision making, and the vital role scientific innovation plays in spurring economic growth and competitiveness, we call for a public debate in which the U.S. presidential candidates share their views on the issues of The Environment, Health and Medicine, and Science and Technology Policy.

Wer möchte, kann sich dort anmelden und eigene Fragen einsenden, die den zukünftigen Präsidenten dann ordentlich ins Schwitzen bringen. Tolle Sache, sollte es hier auch mal geben zur nächsten Wahl.

[via]

*Edit:* Nature greift das Thema im aktuellen Editorial auf (Nature 451, 605 (7 February 2008)) und bezweifelt den langfristigen Nutzen einer solchen Aktion. Es wird davor gewarnt, die Wissenschaft nicht als wichtige Entscheidungsgrundlage, sondern als zentrales Thema der Politik und des Wahlkampfes zu verstehen.

Was man über Homöopathie wissen sollte

Auf dem Blog Science-Based Medicine schreiben vier Mediziner hervorragend fundierte Artikel gegen die verschiedenen Spielarten der complementary and alternative medicine (CAM), und wie ich finde sticht dabei eine Serie über Homöopathie besonders hervor. Es ist oft etwas schwierig, spontan auf Behauptungen wie zum Beispiel “Bei mir hat es funktioniert” und “Effekte sind wissenschaftlich nachgewiesen” die richtige Antwort zu finden. Hier sind die wichtigsten (und noch einige mehr) unterhaltsam zusammengefasst.

Die bisher erschienen Artikel der Serie gibt es hier, hier, hier und hier. Da die Postings so gut und umfassend sind wie sie eben sind, unterdrücke ich meinen Drang den Inhalt an dieser Stelle noch zusätzlich in eigene Worte zu fassen. Stattdessen wünsche ich einfach eine angenehme Lektüre – und dabei einen schönen Start ins Wochenende!

Nur ein Zitat aus dem Kommentaren muss ich noch bringen:

I think that many of the woo-meisters wish the whole idea would go away. They would like to believe that “the plural of testimonial is evidence.”

:-D

Durchgefallen.

Gerade bei Robert Basic gefunden:

Das FAIL Blog, eine Sammlung altbekannter und (für mich zumindest) neuer Fail-Bilder. Ganz großes Kino! :-D

Ich habe aus meinem persönlichen Archiv mal einen eigenen Vorschlag geshopped:

Leider durchgefallen

*Edit*: Danke an Mario für die Quelle.

Die Briten haben’s verstanden

Na gut, dann fang ich halt mit einem halbfertigen Blog an zu bloggen. macht auch viel mehr Spaß als dieses blöde WordPress einzurichten… ;-)

Die Süddeutsche Zeitung hat heute den dritten Teil der Serie “Zeitenwechsel” zur aktuellen hitzigen Debatte der “Blogger als Amatuerjournalisten” gegen “die Profis aus dem Printbereich” veröffentlicht. Das Interview wurde mit Simon Waldman der britischen Guardian Media Group geführt und ist recht lesenswert. Es geht zwar in diesem Fall gar nicht wirklich um die Blogger, sondern eher um die neuen technischen Möglichkeiten, Nachrichten online zu aggregieren etc. Dennoch legt die Artikeleinleitung (und die Überschriften der beiden anderen Interviews) recht nahe, die Raison d’Être der gesamten Serie sei der Blogger als Gefahr für den professionellen Journalisten.

Möglicherweise ist der Herr Waldman ja dadurch, dass er Group Director of Digital Strategy and Development ist, ein wenig befangen. Seiner Auffassung, dass die britische Presse die Veränderungen überwiegend eher als Chance sieht und sehen sollte denn als Bedrohung, kann ich mich dennoch nur anschließen.

Die neuen Möglichkeiten durch die immer schnellere technische Entwicklung könnte man aus meinem biologischen Blickwinkel als starken selektiven Druck betrachten. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, weiterzumachen wie bisher und als Abwehrmaßnahme polemische Artikel über die unseriösen Blogger zu verfassen. Nur die Anpassung an die neuen Bedingungen sichert das Überleben und kann diejenigen mit der richtigen Anpassungsstrategie durchaus auch gestärkt aus dem Anpassungsprozess hervorgehen lassen. Der Blogger ist als subjektive und – normalerweise vorsätzlich – voreingenomme Quelle für den Ersatz klassischer Nachrichtenformate meiner Ansicht nach sowieso nicht geeignet. Vielleicht lassen sich z.B. die Feuilletons teilweise ersetzen, die eigentliche Berichterstattung aber nicht.