Beyond Reasonable Doubt

A life scientist’s thoughts on life science, evolution, religion and a bit of anything
Random Image

"Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?"

- Douglas Adams, The Hitchhikers Guide To The Galaxy


Archive for the ‘Bücher/Medien’


Sie haben ihn sich verdient

Der Gewinner des Dodo des Monats für den Januar 2008 ist gefunden: Pro7 erhält die “Auszeichnung” für ihre mystische Verblödungsshow The next Uri Geller. Ich spare mir den Verriss an dieser Stelle, einfach mal bei Google eingeben… ;-)

OMG

YouTube sagt dazu: “58% of French people are pretty dumb”

Naja, man muss ihnen zugute halten, dass die Größe des Publikums wohl nicht besonders repräsentativ ist. Wenigstens der Papst dürfte sich drüber freuen… ;-)

Leider erstmal nur der Link, weil der Code zum einbetten mir das ganze Layout zerschießt. :-( Ich arbeite dran…

[via]

Mit zweierlei Maß messen

Auf dem Brights-Blog bin ich gestern auf den infamen Antrag des Bundesfamilienministeriums aufmerksam geworden, die Verbreitung des satirischen Kinderbuchs “Wo bitte geht’s hier zu Gott? fragte das kleine Ferkel” im Rahmen eines Indizierungsantrages wegen angeblich jugendgefährdender Schriften zu verhindern.
Die ganze zugrundeliegende Pressemitteilung kann beim humanistischen Pressedienst nachgelesen werden.

Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine FerkelAuf den ersten Blick denkt man bei der Meldung an einen schlechten Scherz. Zur Illustration habe ich hier auch das Cover des Buches eingebunden (das zu lesen ich bisher leider keine Gelegenheit hatte). Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto logischer und verwerflicher wird diese Geschichte:
Die großen Kirchen, alle wie sie da sind, sind für die Rettung ihrer schwindenden Mitgliederzahlen doch unbedingt auf die frühkindliche Indoktrination angewiesen. Sicher werden auch ältere Menschen noch zum Ausschalten ihres Verstands Glauben bekehrt, aber doch in viel zu geringem Maße. Ich behaupte einfach mal dass ein junger Mensch, der bis ungefähr zur Pubertät keine Bindung an eine Kirche hat, mit großer Wahrscheinlichkeit für diese verloren ist.

Damit würde sich auch der heuchlerische Versuch erklären, bei jeder Möglichkeit auf das Recht zu pochen, die Kinder religiösen Lehren jeglicher Art auszusetzen, Vertretern eines rationalen, naturalistischen Weltbildes dieses Recht aber absprechen zu wollen.

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Bundesprüfstelle die offenbar haltlosen Argumente als solche erkennt und den Antrag ablehnt.

Nachtrag: Auf der Seite www.ferkelbuch.de wurde bereits eine Unmenge interessanter Informationen zu diesem Thema zusammengetragen und auch eine Unterstützerliste eingerichtet.

Die Briten haben’s verstanden

Na gut, dann fang ich halt mit einem halbfertigen Blog an zu bloggen. macht auch viel mehr Spaß als dieses blöde Wordpress einzurichten… ;-)

Die Süddeutsche Zeitung hat heute den dritten Teil der Serie “Zeitenwechsel” zur aktuellen hitzigen Debatte der “Blogger als Amatuerjournalisten” gegen “die Profis aus dem Printbereich” veröffentlicht. Das Interview wurde mit Simon Waldman der britischen Guardian Media Group geführt und ist recht lesenswert. Es geht zwar in diesem Fall gar nicht wirklich um die Blogger, sondern eher um die neuen technischen Möglichkeiten, Nachrichten online zu aggregieren etc. Dennoch legt die Artikeleinleitung (und die Überschriften der beiden anderen Interviews) recht nahe, die Raison d’Être der gesamten Serie sei der Blogger als Gefahr für den professionellen Journalisten.

Möglicherweise ist der Herr Waldman ja dadurch, dass er Group Director of Digital Strategy and Development ist, ein wenig befangen. Seiner Auffassung, dass die britische Presse die Veränderungen überwiegend eher als Chance sieht und sehen sollte denn als Bedrohung, kann ich mich dennoch nur anschließen.

Die neuen Möglichkeiten durch die immer schnellere technische Entwicklung könnte man aus meinem biologischen Blickwinkel als starken selektiven Druck betrachten. Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, weiterzumachen wie bisher und als Abwehrmaßnahme polemische Artikel über die unseriösen Blogger zu verfassen. Nur die Anpassung an die neuen Bedingungen sichert das Überleben und kann diejenigen mit der richtigen Anpassungsstrategie durchaus auch gestärkt aus dem Anpassungsprozess hervorgehen lassen. Der Blogger ist als subjektive und – normalerweise vorsätzlich – voreingenomme Quelle für den Ersatz klassischer Nachrichtenformate meiner Ansicht nach sowieso nicht geeignet. Vielleicht lassen sich z.B. die Feuilletons teilweise ersetzen, die eigentliche Berichterstattung aber nicht.