Kann man genug wissen um überall mitzureden?
Das deutsche Museum in München ist schon eine sehr interessante Einrichtung. Ich war – leider zum ersten und einzigen Mal – vor gut 15 Jahren dort, und der Besuch hat mich damals schon beeindruckt. Im Blog zum Museum kommen die wissenschaftlich Verantwortlichen zu Wort.
Im neuesten Post geht es vordergründig um die Animation eines molekularen “Fußballs”, der von einem Benzolring in einen anderen bewegt wird. Dabei schweift der Autor jedoch auf ein anderes Thema ab, dass mich zum Nachdenken angeregt hat: Angesichts der steigenden Komplexität und Anzahl wissenschaftlicher Themengebiete, kann sich jeder überhaupt noch an allen wichtigen Disukssionen konstruktiv beteiligen? Und wenn ja, wie ginge das? Auf welche Weise kann man sich ausreichend informieren? Und wie sollte die Politik reagieren, wenn neue nutzbringende Technologien, meistens aus Gründen mangelnder Aufklärung, in der Bevölkerung überwiegend abgelehnt werden?
Für den Fall, dass man mir jetzt den Hochmut eines Fachmannes unterstellt, der die “unbequemen Laien” aus der Diskussion ausschließen will: Das ist nicht der Fall. Um meinen Gedanken zu illustrieren, zähle ich mal kurz auf, was mir an Themen spontan eingefallen ist:
- Die Einschränkungen in der Forschung an embryonalen Stammzellen, das Stammzellgesetz
- Der Klimawandel, seine Ursachen und dessen Bekämpfung
- Der Kreationismus als pseudowissenschaftliche “Theorie” im Biologieunterricht
- Klonen, wie weit darf man gehen?
- Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Organismen, die grüne Gentechnik
- Energiekrise
- Nanotechnologie
- Der Umgang mit Alternativmedizin im Gegensatz zu wissenschaftlich fundierter
Die Liste lässt sich ohne weiteres fortsetzen. Es ist meines Erachtens nach schlichtweg unmöglich, in all diesen Bereichen ausreichende Fachkenntnis zu erwerben, um jeweils alle Notwendigkeiten und Konsequenzen richtig einschätzen zu können. Ich bin als recht frisch gebackener Molekularbiologe natürlich in den fachverwandten Themen ziemlich firm, aber dennoch habe ich oft das Gefühl, für einzelne Fragen nicht gut genug informiert zu sein.
Da die Beantwortung aller eingangs gestellter Fragen, so weit man sie denn abschließend beantworten kann, den Rahmen eines Postings, wahrscheinlich den des ganzen Blogs sprengen würde, werde ich einzelne Aspekte im Rahmen einer Serie nach und nach aufgreifen.
Aus aktuellem Anlass starte ich baldmöglichst (also sobald ich Zeit finde), mit einer Betrachtung des Streits um die anstehende Novellierung des Gentechnik-Gesetzes.

